Altersarmut

Attac Kreis Kleve

26.02.2013 Kolpinghaus, Thema: Altersarmut

Referent: Herbert Looschelders von der Selbsthilfe e.V.  

 

Aktuelles Altersarmutsniveau. alleinstehende Person. Jan. 2013, Betrage gerundet

Regelleistung                                 382,00 € 

Warmwasserzuschlag                        8,00 € 

(Mehrbedarf Merkzeichen ..G"          65,00 €)

Kosten der Unterkunft(Max.)Kleve  398,50 €   Bedb.-Hau 345.00 €

Heizkosten (pausch.. Max. Gas)        61,25€

   

  Armutsniveau 

m.  Schwerbehindenausw
. Merkz.,.G"  

Kleve         850,00 €
Bedb.-Hau 796,00
 
Kleve           915,00 €
Bedb.-Hau   861,25 €  

Das materielle Armutsniveau hangt vor allem ab

•von dem ortlichen Mietrichtwert und der Hohe der tatsachlichen Unterkunfts- undHeizkosten

•bestimmten Merkmalen von Schwerbehinderung

Das „soziale" Armutsniveau hängt vor allem ab

 

•von der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft (Mobilität, soz. Kontakte, Vorhandensein von örtlichen Angeboten und Diensten wie Ärzten, Läden, Vereinen, Beratungsstellen, Pflegediensten etc., aber auch bspw.: Mehrgenerationenwohnungen, Nachbarschaftsstruktur, gemeindenaher Angebote)

 

•Vorhandensein einer angemessenen Wohnung (Zentralität, Barrierefreiheit, Wohnklima

 

•Gesundheit und Bildung

Derzeitige politische Ansätze (von der Leyen) beziehen sich darauf, in Abweichung vom Rentenversicherungssystem (= Versicherungsleistung) einen steuerfinanzierten Armutszuschlag für langjährig Beschäftigte zu schaffen, bei dem das Armutsniveau um ca. 15.- € aufgestockt wird.

 

• Vorteil: das entwürdigende Antragsprozedere sowie die Unterhaltspflicht Angehöriger und der Einsatz von Vermögen (die derzeitige Vermögensschongrenze betragt 2.600 €!) entfällt für den auserwählten Personenkreis

 

•Nachteil: Armutsniveau wird nur unwesentlich überschritten; es beruht auf einer Steuerfinanzierung und ist damit systemwidrig.

 

•Unklar:gelten Vergünstigungen, die ansonsten für die Sozialhilfe gelten? Dies sind:Rundfunkbeitragsbefreiung. Zuzahlungsreglungen b. Krankenkassen: Sozialtickets, Sozialpässe;  

Kann ergänzend Wohngeld beantragt werden?

 

Kritik

 

•Der Rentenbeitragssatz ist gerade abgesenkt worden. Aber: Lt. Berechnung von v.d. Leyen muss ein Arbeitnehmer 40 Jahre lang konstant 2.200 € verdienen, um im Jahr 2030 auf eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus von 688 € zukommen (Die Welt. 2.9.2012)

 

•Gleichzeitig wird durch die Anhebung der Einkommensgrenze r Minijobs auf 450 € weiterhin dieses nicht Bedarfs deckende Erwerbssystem gefördert, ebenso nicht Existenz sichernde Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohn- und Leiharbeitsbereich; dies führt zu Renten, die bei Unterschreiten der Armutsgrenze "unter den Tisch fallen"

 

•Es ist eine Frage der Strategie und von Glück des Rentenbeitragszahlers:verfehlt er bei Eintritt des Rentenalters die Armutsschwelle knapp, hat er nach derzeitigem Recht keinen Cent mehr als Jemand, der keine Rente eingezahlt hat. Beispiel: Ein Klever mit 800 € Renteneinkommen erhält bei einer Armutsgrenze von 850 € ergänzende Grundsicherung von 50 € dazu; ein Rentner ganz ohne eigenes Einkommen erhält 850 € Grundsicherung.

 

• Es wird sozialpolitisch immer stärker darauf gebaut, dass Bezieher/-innen kleiner Erwerbsminderungs- oder Altersrenten sich durch Erwerbsarbeit ihre zu niedrige Rente aufstocken; wer dann krank wird, ist "arm dran".

 

•Am wenigsten kalkulierbar sind die Kosten der Gesundheit im Alter: diese werden künftig sehr stark von der Beschaffenheit der Gesundheit und vom dann vorhandenen Gesundheitssystem abhängen: wer am Armutsniveau lebt, wird sich dann nur eine gesundheitliche Grundversorgung leisten können; wer über ein höheres Einkommen/Vermögen verfügt, kann sich eine bessere gesundheitliche Versorgung leisten (steigende Ausprägung des 2.Klassen-Systems); wer dann krank ist, ist besonders ..arm dran".

 

Weitere Aspekte die zu berücksichtigen sind:

 

Sterbegeldversicherung, Bestattungsvorsorge

Eigenheim als Alterssicherung

Beispiele

  

 

 

 

Interessant ist sicher auch der folgenden Artikel aus dem Wochenblatt Freitag:

 

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/arbeiten-bis-der-hartz-kommt

 

   


 

 

 

 

 

Attac

 

 

 

 

 

Water is a Human Right

 

   

 

  http://www.willkommenskultur-niederrhein.de

  

  http://www.attac-niederrhein.de/AN_TTIP.htm